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Autor |
Ratingkriterien
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Dr. Karsten Füser,
Dr. Werner Gleißner |
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Definition |
Um ein „gutes“ Rating
zu erreichen, müssen bestimmte Kriterien erfüllt
werden, die zwischen einzelnen Kreditinstituten und
Ratingagenturen variieren. Dennoch zeigt ein
Vergleich der Veröffentlichungen, dass im Kern oft
sehr ähnliche Kriterien maßgeblich sind. Häufig
werden beim Rating folgende Kriterien zur
Risikoeinschätzung berücksichtigt, die letztlich die
primären Ratingdeterminanten erklären:
- Die vergangene und prognostizierte
Fähigkeit, Erträge zu erwirtschaften, um Kredite
zurückzuzahlen und den sonstigen Finanzbedarf zu
decken. Hierzu zählen zum Beispiel der
Kapitalaufwand für das laufende Geschäft oder
der Kapitalbedarf zur Erhaltung des Cashflows.
- Die Kapitalstruktur und die
Wahrscheinlichkeit, dass unvorhergesehene
Umstände die Kapitaldecke aufzehren könnten und
dies zur Zahlungsunfähigkeit führt.
- Die finanzielle Flexibilität in Abhängigkeit
vom Zugang zu Fremd- und Eigenkapitalmärkten, um
zusätzliche Mittel erlangen zu können.
- Der Grad der Fremdfinanzierung und die
Auswirkungen von Nachfrageschwankungen auf die
Rentabilität und den Cash-Flow.
- Die Qualität der Einkünfte, d.h. der Grad,
zu dem die Einkünfte und der Cash-Flow des
Kreditnehmers aus dem Kerngeschäft und nicht aus
einmaligen, nicht wiederkehrenden Quellen
stammen.
- Die Position innerhalb der Branche und die
zukünftigen Aussichten innerhalb der Bank.
- Die Risikocharakteristik des Landes, in dem
ein Unternehmen seine Geschäfte betreibt und
deren Auswirkungen auf die
Schuldendienstfähigkeit des Kreditnehmers.
- Die Qualität und rechtzeitige Verfügbarkeit
von Informationen über den Kreditnehmer,
einschließlich der Verfügbarkeit testierter
Jahresabschlüsse, der anzuwendenden
Rechnungslegungsstandards und der Einhaltung
dieser Standards.
- Die Stärke und Fähigkeit des Managements,
auf veränderte Bedingungen effektiv zu reagieren
und Ressourcen einzusetzen.
Wie die Aufzählung zeigt, wird bei der
Beurteilung des Unternehmens eine Mischung aus
qualitativen und quantitativen Kriterien
herangezogen. Quantitative Kriterien lassen sich
durch einen konkreten Wert ausdrücken, sie sind
messbar und weitgehend objektiv. [Kennzahlen aus der
Jahresabschlussanalyse oder die Anzahl der Kunden
oder Mitarbeiter sind Beispiele hierfür. Qualitative
Kriterien sind stets subjektiv, da hier gerade nicht
objektiv gemessen werden kann. Die Qualität des
Managements oder die Regelung der
Unternehmensnachfolge sind Beispiele für qualitative
Rating-Kriterien. Bei der Unterscheidung von
quantitativen und qualitativen Kriterien sind die
Übergänge jedoch fließend. |
| Links |
Karsten Füser und Werner
Gleißner: Rating-Lexikon,
München 2005, Beck im dtv Verlag,
http://www.dtv.de,
552 Seiten, ISBN 3-406-53054-0. |
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