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Ratingvorbereitung

Dr. Karsten Füser, Dr. Werner Gleißner
Definition Eine gezielte Vorbereitung auf das Rating kann helfen, eine bessere Bewertung zu erreichen. Diese Vorbereitung sollte schließlich in einer Ratingstrategie münden. Bei der Entwicklung einer solchen bietet sich grundsätzlich der folgende Vorgehensplan an:
  1. Fixierung der Aufgabenstellung: Welchen Nutzen erwartet das Unternehmen von einem Rating? Welche Adressaten (Ratingagentur, Kreditinstitut oder Kunde) sollen durch das Rating angesprochen werden?
  2. Erarbeitung eines „typischen“ Rasters von Ratingkriterien und kritischer Abgleich des eigenen Unternehmens mit diesem Rating.
  3. Eigene Ersteinschätzung des Ratings: Welches Rating wäre bei der momentanen Ausprägung der Ratingkriterien zu erwarten? Welche zukünftigen Änderungen des Ratings sind in Anbetracht der Unternehmensplanung und der damit verbundenen Risiken zu erwarten?
  4. Bewertung der Konsequenzen: Welche Konsequenzen für das eigene Unternehmen hätte ein derartiges Ratingurteil, zum Beispiel für den verfügbaren Kreditrahmen oder die Kreditkonditionen?
  5. Identifikation „kritischer Ratingkriterien“, die das Ratingurteil besonders maßgeblich (negativ) beeinflussen.
  6. Entwicklung einer Ratingstrategie auf Grundlage der oben genannten vier Säulen.
  7. Vorbereitung auf das Gespräch mit Ratingagenturen bzw. der Hausbank und anschließender Durchführung dieser Gespräche (Kreditgespräch).

Der Prozess der Entwicklung einer Ratingstrategie kann – muss aber nicht – durch einen Rating Advisor als spezialisierten Berater unterstützt werden.

Bei einem Internen Rating durch eine Bank sollten die wesentlichen Informationen bereits beim ersten Gespräch aufbereitet präsentiert werden können. Besonders die folgenden Informationen sind dabei von Bedeutung:

  1. Informationen zur Geschäftsführung und zu den Gesellschaftern
  2. Unternehmenshistorie
  3. Geschäftsberichte bzw. Jahresabschlüsse (Jahresabschluss) der letzten drei bis fünf Jahre
  4. Unternehmensstrategie sowie ggf. vorliegende Unternehmensanalysen durch unabhängige Berater
  5. Handelsregisterauszug und Auskünfte der wichtigsten „Auskunfteien“
  6. Presseveröffentlichungen über das Unternehmen
  7. Kurzbeschreibung des Unternehmens, seiner Produkte/Dienstleistungen und der Produktionsverfahren
  8. Informationen über Mitarbeiter, deren Qualifikation sowie den organisatorischen Aufbau des Unternehmens
  9. Informationen über die im Unternehmen implementierten Planungs- und Steuerungssysteme
  10. verfügbare Sicherheiten

Zur Vorbereitung auf ein Rating empfiehlt es sich auch, IT-Hilfsmittel heranzuziehen, mit deren Hilfe man eine erste Einschätzung und Anhaltspunkte für Verbesserungen erhält.

Links Karsten Füser und Werner Gleißner: Rating-Lexikon,
München 2005, Beck im dtv Verlag, http://www.dtv.de, 552 Seiten, ISBN 3-406-53054-0.
   

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