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Risikomaße

Dr. Karsten Füser, Dr. Werner Gleißner
Definition Statistische Maße für das Unternehmensrisiko. Als Risikomaße gelten z.B. die Standardabweichung, die Varianz, die Ausfallwahrscheinlichkeit, der Value at Risk (VaR), der Conditional Value-at-Risk sowie der Eigenkapitalbedarf bzw. Risk adjusted Capital (RAC). Risikomaße lassen sich grundsätzlich unterscheiden in Maße für ein einzelnes Risiko (also ein Risikomaße im engeren Sinn wie beispielsweise die Standardabweichung) oder Maße, die das Risiko zweier Zufallsgrößen zueinander in Beziehung setzt (also ein Risikomaß im weiteren Sinn wie beispielsweise die Kovarianz).

Risikomaße im engeren Sinn lassen sich weiter klassifizieren. Zum einen nach der Lageabhängigkeit. Lage unabhängige Risikomaße wie beispielsweise der Value-at-Risk quantifizieren das Risiko als Ausmaß der Abweichungen von einer Zielgröße. Lageabhängige Risikomaße wie beispielsweise der Eigenkapitalbedarf hingegen sind von der Höhe des Erwartungswertes abhängig. Häufig kann ein solches Risikomaß als notwendiges Kapital bzw. notwendige Prämie angesehen werden.

Eine weitere Unterscheidung von Risikomaßen ergibt sich aus der Berücksichtigung der zu Grunde liegenden Verteilung. Zweiseitige Risikomaße wie die Standardabweichung berücksichtigen diese komplett, während die so genannten Shortfall-Risikomaße wie beispielsweise der VaR lediglich die Verteilung ab einer bestimmten Schranke betrachten.

Insbesondere im Bank- und Versicherungswesen findet der VaR - eine Art wahrscheinlicher Höchstschaden – als Risikomaß häufig Verwendung. Der Conditional Value-at-Risk (CVaR) findet immer häufiger als Alternative zum VaR Beachtung. Er entspricht dem Erwartungswert der Realisationen einer risikobehafteten Größe, die unterhalb des Quantils zum Niveau p=1- liegen. Der CVaR gibt an, welche Abweichung bei Eintritt des Extremfalls, d.h. bei Überschreitung des VaR, zu erwarten ist. Der CVaR berücksichtigt somit nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer „großen“ Abweichung (Extremwerte), sondern auch die Höhe der darüber hinausgehenden Abweichung.

Links Karsten Füser und Werner Gleißner: Rating-Lexikon,
München 2005, Beck im dtv Verlag, http://www.dtv.de, 552 Seiten, ISBN 3-406-53054-0.
   

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